Kuba hat eine über 500jährige Geschichte, die allerdings nicht
jedermann kennt. 1492 hat Christoph Kolumbus für die Welt das
Geheimnis seiner Existenz enthüllt. Er nannte die Insel das schönste
Land, das menschliche Augen je gesehen haben, zu jener Zeit von
Guanahatabeyes, Siboneyes und Tailos bewohnt, den
Ureinwohnerkulturen, die das Territorium bevölkerten. Diego
Velazquez war danach mit der Eroberung und Kolonisierung der Insel
beauftragt, die etwa 1514 mit den ersten Stadtgründungen
abgeschlossen war.

1526 begann die Einführung afrikanischer Arbeitskräfte. Über
Verwüstungen durch Piraten, eine englische Invasion, die für die
Dauer eines Jahres (1762-1763) zur Besetzung von Havanna führte,
über härteste Sklaverei und skandalöse Korruption erreichte die
geschundene Tabak- und Zuckerinsel schließlich das 19. Jahrhundert,
mit einer jungen Nation, die ihren rebellischen Geist mit großen
Männern wie dem Priester Felix Varela, einem Lehrmeister der
Unabhängigkeit und unermüdlicher Vorkämpfer des nationalen Gefühls
nährten.
Carlos Manuel de Cespedes führte die erste Rebellion der Kubaner für
die Unabhängigkeit in einem Krieg an, der zehn Jahre dauerte (1868-
1878), über den Tod des „Vaters des Vaterlandes" (1874) hinaus. Jose
Marti (1853-1895) wird als der Größte aller Kubaner betrachtet, der
jenes fehlgeschlagene Bemühen in einem Aufstand der gesamten Nation
wieder aufnimmt und aufgrund „ihres unverrückbaren Willens" und "der
historischen Notwendigkeit" "die Unabhängigkeit erlangen muss". Sein
Tod zu Beginn der Kämpfe hatte eine ungeheure Beispielwirkung. Der
Aufstand entwickelte sich von 1895 bis 1898 auf dem kubanischen
Lande von Ost nach West, als neben den historischen Feinden die USA
auf dem Plan erschienen, die in opportunistischer Manier im letzten
Augenblick des Konfliktes eingriffen und den Mambises ihren Sieg
stahlen, den die Kubaner de facto schon errungen hatten. Vier Jahre
lang besetzten die Nordamerikaner das Land und als sie es verließen,
übten sie mittels der Plat-Novelle praktisch die wirtschaftliche
und politische Kontrolle über die Insel aus.
So wurde 1902 eine Republik geboren, die ihrer wahren Unabhängigkeit
beraubt war. Die nordamerikanische Vormundschaft dauerte 57 Jahre
an, bis die innere Opposition immer stärker wurde und soziale
Unruhen und Ausbrüche mit sich brachte.
1953 stürmte Fidel Castro an der Spitze einer Gruppe von
Jugendlichen die Moncada Kaserne. Die heroische Aktion war das
Trompetensignal der Aufständischen, das schließlich zum Sieg der
Revolution am 1. Januar 1959 führte.
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